Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Un quartiere per il Congo (Siedlung für den Kongo).Planen und Bauen in Entwicklungsländern - Kooperation

An Die Fakultäten für Raumplanung, Landesplanung , FG Städtebau und Bauleitplanung, wir wenden uns an Sie im Rahmen des Projektes „Un quartiere per il Congo“ (Siedlung für den Kongo), das wir zurzeit zusammen mit italienischen Partnerorganisationen im Distrikt Kabinda, Provinz Kasai Oriental, Demokratische Republik Kongo, durchführen. Das Projekt steht im größeren Zusammenhang einer technischen Zusammenarbeit, die die nachhaltige Entwicklung in Afrika durch Arbeitsplatzentwicklung und Ausbildungsmaßnahmen fördern will und so auch Arbeitslosigkeit und Landflucht vorbeugt.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich mit Ihren Studenten an unserem Projekt beteiligen könnten. In Frage kämen Diplomanden und Studenten im Hauptstudium, die gern ihre Abschlussarbeit über umfangreiche Projekte anfertigen und sich dabei an einem realen Projekt im Kongo beteiligen möchten. Ziel des Projekts ist die Errichtung von 100 Wohngebäuden auf einem weitläufigen Areal einschließlich aller dazugehörigen Infrastrukturen.

Die Diplomanden, Studenten im Hauptstudium und Qualifizierte Freiwilligenrentner oder qualifizierte Arbeitskräfte (ehreamtliche- Helfer) könnten sich auf freiwilliger Basis auf ähnliche Weise in das Projekt einbringen.

Das Projekt „Un quartiere per il Congo“ gliedert sich in folgende drei Abschnitte:
1) Fachliche Ausbildung der erforderlichen Arbeitskräfte (Anlernen von Jugendlichen im Bausektor),
2) Technische Planung - Vermessung des Areals, Parzellierung, Machbarkeitsstudie, Erschließungsplan, etc ect..
3) Baukostenkalkulation, Finanzierungsanträge, Projektdurchführung

Im Einzelnen:
Projektabschnitt 1) - Anlernen von Jugendlichen im Baufach
Die SCUOLA EDILE CREMONESE aus dem ital. Cremona hat bereits erfolgreich 11 afrikanische Jugendliche und junge Männer aus dem Kongo im Baufach ausgebildet. Mit dieser für sie wichtigen Ausbildung sind diese jungen Männer in den Kongo zurückgekehrt, um am Wiederaufbau ihres Heimatlandes teilzunehmen und sich bei „Un quartiere per il Congo“ zu beteiligen.

Projektabschnitt 2) - Technische Planung etc.

Der zweite Projektabschnitt betrifft die technischen Aspekte des Projekts und ist entscheidend für die finanzielle Förderung des Vorhabens. Deshalb ist hier besondere Sorgfalt und viel Engagement gefragt. Unter diesen Projektabschnitt fallen z. B. die Auswahl des besten zur Verfügung stehenden Baugeländes, die Geländeaufnahme, die Bebauungsplanung, etc. etc.

Projektabschnitt 3) - Baukostenkalkulation, Finanzierungsanträge, Projektdurchführung

Der dritte, sehr anspruchsvolle Projektabschnitt ist den Diplomanden vorbehalten, die hier ihr erworbenes Wissen in der Praxis nachweisen können.

Folgende allgemeine Kriterien sind Voraussetzung für eine Teilnahme:

• Status als Student im Hauptstudium oder Diplomand
• freiwilliges und nachhaltiges Engagement und Begeisterung für das Projekt
• Auswahl durch Ihr Institut und die Kooperationspartner

Projektdetails:


• Unterkunft und Vollverpflegung werden für die gesamte Aufenthaltsdauer übernommen.
• Projektabschnitt 3) ist Diplomanden vorbehalten und Qualifizierte Freiwilligenrentner u. qualifizierte Arbeitskräfte (ehreamtliche- Helfer).
• Für die Reisekosten der Studenten wird eine Förderung durch der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, DAAD, andere Stiftungen oder Einrichtungen etc. angefragt.
• Geplante Abreise ca. 25.Juni 2008.

Wir hoffen, dass unser Projekt Ihre Neugier geweckt hat und würden uns freuen, wenn Sie Interesse bei Ihren Studenten wecken könnten und es zu einer Kooperation mit Ihrem Institut kommen könnte. Für Ihre Bemühungen danken wir Ihnen im Voraus ganz herzlich und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand des JHA
Im Auftrag

Dipl. Ing B. Mwan’Ebula Londji


Nachbereitung Cremona-Projekt
haben wir das durchgeführte Cremona-Projekt nachbereitet. Dazu trafen sich die 11 im norditalienischen Cremona im Baugewerbe ausgebildeten Afrikaner zum Erfahrungsaustausch vor Ort in Afrika. Es handelt sich dabei um die jungen Leute, die Sie auf den Fotos sehen können.
Geplant sind weitere Projekte dieser Art zugunsten junger Afrikaner. (s. Projekt „Un quartiere per il Congo“ weiter oben).

Die Ausbildung der elf Afrikaner erfolgte bei der renommierten Scuola Edile Cremonese.

Unser Konzept wird an diesem Beispiel gut ersichtlich. Die Ausbildung der elf Afrikaner erfolgte bei der renommierten Baugewerbeschule Scuola Edile Cremonese. Dadurch konnten alle Beteiligten eine optimale Ausbildung erhalten und so gewappnet mit echtem Know-how nach Afrika zurückkehren, um dort am Wiederaufbau ihrer Heimat mitzuwirken. Zukünftig will JHA 2000 e. V. jungen Afrikanern anbieten, eine solche Berufsausbildung in Afrika zu machen. Entscheidend ist unserer Meinung nach auf jeden Fall, dass durch eine solche Ausbildung Straßenkindern nicht nur materiell ein Stück Zukunft gesichert werden kann, sondern dass die Ausbildungsprojekte sie auch psychisch und sozial stabilisieren, da sie ihnen Selbstwertgefühl vermitteln.

Hinzu kommt ein sozial nutzbringender Multiplikationseffekt, da die jungen Afrikaner dank ihrer erworbenen Kenntnisse nun auch andere junge Leute anlernen können.

Jeder dieser elf Jugendlichen aus Afrika konnte seine Berufsausbildung in Italien erfolgreich abschließen; keiner von ihnen wollte illegal in Europa bleiben.

Hierfür haben wir ein in sich abgeschlossenes, komplettes Ausbildungsprogramm für Jugendliche erarbeitet, die sich für eine Ausbildung im Bausektor interessieren. Die Ausbildung erfolgt in 2-3 Gruppen von 5-10 Auszubildenden, die von einem Meister und zwei Gesellen angeleitet werden. Sie umfasst Berufspraxis auf der Baustelle und Theorie nach europäischem Vorbild wie z. B. in Italien, Deutschland oder Frankreich. Für spezielle Teile der Ausbildung können Fachleute aus Europa herangezogen werden, die neue Techniken vermitteln sollen.
Die angebotenen Ausbildungen ermöglichen benachteiligten jungen Afrikanern, Eigeninitiative zu beweisen und sich diszipliniertes Arbeiten anzueignen, sich ernsthafte und planmäßige Gedanken über ihre Zukunft zu machen, ihre Zukunftspläne soweit sie überhaupt Zukunftspläne haben zu überdenken und genau zu analysieren, wo sie stehen und was ihnen noch fehlt, um ihre Pläne zu verwirklichen.

Wenn die Gesellschaft die Jugendlichen von der Straße völlig ignoriert, bis sie erwachsen werden, schafft sie sich selbst eine Art Zeitbombe. Man kann nicht genug betonen, dass Reichtum und Zukunft eines Landes in einer beruflich gut qualifizierten Jugend liegen, denn dass die nachhaltige Entwicklung eines Landes oder Kontinents davon abhängt, ob es über gut qualifizierte Arbeitskräfte verfügt, ist allseits bekannt.

Die meisten afrikanischen Jugendlichen glauben, für sie sei das Abenteuer der Auswanderung vor allem nach Europa die ideale Lösung. Andere glauben, es sei besser, in ihrer Heimat zu bleiben, vorausgesetzt, dass es dort für sie berufliche Fördermaßnahmen und Perspektiven gibt. Diese zweite Gruppe versucht sich vor Ort zu behaupten, erleidet aber Rückschläge, weil es an fachlicher, technischer, materieller, finanzieller und organisatorischer Unterstützung fehlt.

Durch derartige Rückschläge wird fast die Hälfte dieser zweiten Gruppe frustriert infolgedessen schließen sie sich der Gruppen der Auswanderungswilligen an. Die wenigen vorhandenen Initiativen von einzelnen oder von Gruppen müssen deshalb unterstützt werden, umso mehr, als sich so der von der erstgenannten Gruppe gepflegte Mythos der Auswanderung nach Europa entmystifizieren lässt. Darüber hinaus finden wir es wichtig, immer wieder nachdrücklich auf den Faktor der schmerzlichen Trennung von der Heimat hinzuweisen. Niemand sollte unterschätzen, was es tatsächlich bedeutet, die ganze Familie, die Freunde, die eigenen Wurzeln und sein Land zu verlassen, um anderswo ein Auskommen zu suchen.

Um sozial benachteiligten afrikanischen Jugendlichen eine Chance zu geben, nicht Emigranten oder Bettler werden zu müssen, muss es ihnen ermöglicht werden, die wirtschaftlichen und sozialen Hindernisse zu überwinden, die ihnen die Armut und die derzeit desolate Lage in Afrika entgegensetzen. Um die Durchführbarkeit und Umsetzung unseres Programms für den Zeitraum 2000-2015 nachhaltig zu unterstützen, muss jedes im Programm enthaltene Ziel flankiert werden von Nachbereitungsmaßnahmen, Sensibilisierungs-, Motivations- und Informationskampagnen, um so den Jugendlichen zu ermöglichen, sich ihrer Rolle und ihrer Verantwortung als Zukunftsträger bewusst zu werden.

Mit ihrer Berufsausbildung können sie andere Jugendliche ausbilden und so als Multiplikatoren in ihrer eigenen Gesellschaft wirken.

So könnte es gelingen, die meisten jugendlichen Arbeitslosen, die den Teufelskreis der Armut durchbrechen möchten, realistisch zu orientieren und zu motivieren, einen Beruf ihrer Wahl vor Ort in Afrika zu ergreifen.

Vor allem aber kämpft JHA 2000 e. V. dagegen an, dass immer mehr afrikanische Jugendliche ihr Leben lassen, wenn sie auf abenteuerliche Weise versuchen, nach Europa einzureisen. Auf ihrer Flucht vor der Armut versuchen alljährlich Tausende von afrikanischen Jugendlichen die 15 km breite Meerenge von Gibraltar mit winzigen Fischerbooten oder anderen, noch unsichereren Fortbewegungsmitteln zu überqueren. Allein im ersten Halbjahr 2000 griffen die spanischen Behörden über 6000 illegale Einwanderer auf, und 2006 kamen mehr als 500 Menschen in den Gewässern der Meerenge um.

Nach der Rückkehr der jungen Männer nach Afrika konnte jeder von ihnen in der Baubranche Fuß fassen.

Ebenso entschieden, wie wir uns gegen die illegale Einwanderung wenden, befürworten wir die legale Einwanderung. Europa darf nicht zur viel zitierten „Festung Europa“ werden erst recht nicht im heutigen Zeitalter der Globalisierung. Eher sollte man sich fragen, wie man der Auswanderung ihr ursprünglich seriöses Image wieder zurückgeben und die heutigen restriktiven Einwanderungsverfahren zu einem konstruktiven, nützlichen Werkzeug umformen kann. Noch bis in die 60er- und 70er-Jahre hinein sprach nämlich niemand von „illegaler Einwanderung“.

Die Herausforderung für die Internationale Gemeinschaft sollte darin bestehen, Lösungsstrategien für die derzeitigen Probleme zu erarbeiten und ihre Ursachen durch internationales Engagement zu bekämpfen, um so zu praktischen und gleichzeitig humanitär vertretbaren Lösungen zu gelangen.

Unsere Aufgabe ist in den Statuten klar wie folgt dargelegt:

§ 2 Vereinszweck und Aufgaben

1. Der Zweck des Vereins ist die Förderung von Jugendpflege, Jugendfürsorge und Jugendhilfe. Weiterhin dient der Verein der Förderung von Erziehungs-, Berufsausbildungs-, und Freizeitprojekten zur Integration von Jugendlichen in und aus Afrika, besonders arbeitslosen bzw. von Arbeitslosigkeit bedrohten Jugendlichen, der Unterstützung von Familien bzw. Eltern der Jugendlichen, dem Kampf gegen Landflucht in Afrika und damit indirekt gegen illegale Einwanderung.

Diesen Zielsetzungen entsprechend werden wir der ersten, weiter oben genannten Gruppe von Jugendlichen ans Herz legen, nicht das gefährliche Abenteuer der illegalen Auswanderung auf sich zu nehmen und ihr Leben zu riskieren, da jährlich Tausende von Jugendlichen auf dem Weg nach Europa umkommen und ihr Ziel nicht erreichen, zumal es entgegen ihren Erwartungen in Europa keineswegs genügend Ausbildungsplätze gibt. Diejenigen, die sich dennoch unter Einsatz ihres Lebens nach Europa durchschlagen und Asyl erhalten, ermutigen wir, hier in Europa je nach ihren Fähigkeiten eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren.

Das Erlernen eines Berufs sichert den Straßenkindern nicht nur ihre Zukunft im materiellen Sinn. Gleichermaßen übt es eine enorme psychologische und soziale Wirkung aus, da es den Jugendlichen ein neues Selbstwertgefühl gibt und die verbesserte berufliche Perspektive innerhalb Afrikas entscheidend dazu beitragen kann, die illegale Einwanderung nach Europa zu bekämpfen.

Die zweite, ebenfalls oben genannte Gruppe, die sich in Afrika behaupten will, muss durch Pilotprojekte, die ihnen eine Zukunftsperspektive vor Ort geben können, nachhaltig ermutigt und motiviert werden. Ungeachtet dessen müssen die Grenzen ganz offiziell für diejenigen geöffnet werden, die eine Ausbildung in Europa brauchen oder Know-how in einem ganz bestimmten Spezialgebiet erwerben müssen, und so ihrem Heimatland nützen können. Solche Jugendlichen halten wir natürlich an, abzuwarten, mit offiziellen Genehmigungen und Visa zu reisen und nicht illegal einzureisen und ihr Leben aufs Spiel zu setzen.