Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Sportliche Integrationsmaßnahme für Kinder und Jugendliche zur WM 2006 Projektträger: Jugendhilfe Afrika 2000 e.V.

Sportliche Integrationsmaßnahme für Kinder und Jugendliche zur WM 2006
für mehr Verständigung und Solidarität. Region/ Ort: NRW Köln, Dortmund und Gelsenkirchen.

Das Besondere an dem Projekt ist:

Die Projekt – Idee: 60 dunkelhäutige und 60 weiße Kinder aus 3 verschiedenen Städten bekamen die Möglichkeit sich kennen zu lernen. Für jedes Kind war es ein enormer Erfahrungsgewinn, emotional wie auch Menschlich. Somit ergab sich der persönliche Effekt der Nachhaltigkeit, im Sinne von positiver Erfahrung. Besonders im Kindes und Jugendalter sind solche positiven Erfahrungen sehr prägsam.
Zusammenarbeit mit verschiedene Institutionen: tollen Unterstützung und Beteiligung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung - Bündnis für Demokratie und Toleranz – König-Baudouin-Stiftung – WM Büro 2006 (Sportamt der Stadt Köln) - FC Köln - FC Schalke 04 - Borusia Dortmund Drei namhafte Kooperationspartner für die Fußball-WM 2006 – Die Egidius-Braun-Stiftung des DFB (Großen Dank Spende 750 €) - Die Deutsche Sporthochschule Köln – Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (beurteilte in einer Stellungnahme unsere Projektidee als „in dieser Form beispiellos“ und „modellhaft für Jugendhilfeprojekte im Zuge anderer Großveranstaltungen“ (siehe Anlage).) Amt für Kinder, Jugend und Familie - DOM FORUM - Kölner Stadtanzeiger – WDR(Reportage + Radio Berichte) – Center TV (Reportage) – Ingo Anderbrügge Fußballschule - Aber auch weniger namhafte kleinere Vereine haben mit den Verleih ihrer eigenen Vereinstrikots - Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Schulen ( in Köln, Dortmund, Gelsenkirchen) Erfreulich war hierbei dass deutsche und ausländische Eltern die sich vorher nicht kannten durch die Beteiligung bei Gemeinschaftsfahrten für Trainingseinheiten, Besuche auf Trainingsplätze, Turniere, Fußballcamps, Ausflüge ein gutes Verhältnis zueinander entwickelten, was sich vor allem bei der ehrenamtliche Zusammenarbeit für das Projekt zeigte.

Ehrenamtliche Engagement Junger Menschen: dass gerade die Pilotmaßnahme Black and White mit ganz viel ehrenamtlichem Engagement und von einem sehr jungen-dynamischen Projektteam umgesetzt wurde: hier waren keine ‚Profis und Hauptberufliche’ am Werk, sondern junge Menschen mit viel kreativem und ehrenamtlichem Kapital haben dieses für ihre Projektarbeit eingesetzt. So könnten über die Veröffentlichung der Broschüre Leitfiguren für andere junge Menschen sichtbar gemacht werden und aufgezeigt werden, dass dieses zivilgesellschaftliche Engagement für benachteiligte Dritte bzw. für von Ausgrenzung bedrohte junge Menschen sich lohnt (=> Leitfiguren für andere junge Menschen geben).

Nachhaltigkeit: Bedenkt man schließlich dass dieses Projekt von einem jungen Mann (Josef Londji und siehe Lebenslauf Anlange) mit Migrationshintergrund konzipiert, organisiert und geleitet wurde (der wegen schwerer Verletzung seine junge Profikarriere beenden musste, die Liebe zum Fußball aber nie aufgab) und mit der „ Sportlichen Integrationsmaßnahme für Kinder und Jugendliche zur WM 2006“ seine Erfahrungen an benachteiligte Kinder geben wollte und hieraus 3 Diplomarbeiten in den Bereichen PR, Sponsoring und Integration hervorgingen, erfüllt uns dies mit Stolz und lässt uns hoffen dass die „erfolgreichen Anstrengungen“ aller am Projekt beteiligten Personen mit einem der Integrationspreise gewürdigt wird.

1. Der Verein : Jugendhilfe Afrika 2000 e.V.

Die Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. ist eine Organisation mit vielfältigen Aufgaben, worunter Sport – insbesondere auch Fußball – schon seit der Gründung (1999) des Vereins als pädagogisches Hilfsmittel eingesetzt wird, um Integration, Toleranz, Solidarität zu fördern und Vorurteilen und rassistischen Tendenzen entgegenzutreten.

Wir sind erfahren in der Jugendarbeit mit schwarzen und weißen Jugendlichen und können dank kommunikativer Kompetenz - gesprochen werden alle erforderlichen Sprachen von Deutsch über Englisch, Portugiesisch und Französisch bis hin zum Swahili, Haussa, Arabisch, Lingala, Hibo - eine optimale Betreuung der afrikanischen und deutschen Jugendlichen garantieren. Seit 2003 betreibt die JHA das erste Zentrum für AfrikanerInnen (über 10.000) in der Domstadt. Wir engagieren uns in der schulischen und beruflichen Förderung von Kindern und Jugendlichen, bieten Sozialberatung, Gesundheitsberatung und Frauenberatung an und, den EDV-Kursen, in Einzel- und Familienbetreuung und integrativen Maßnahmen wie Musik und Sportangeboten. Außerdem sind wir in der Migrationspolitik und Entwicklungshilfe tätig. Der Verein ist Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes DPWV und und staatlich anerkannt als Interkulturelles Zentrum und als Träger der freien Jugendhilfe.

Fußball WM 2006: Sportliche Integrationsmaßnahme für Kinder u. Jugendlichen

Das Projekt erfasste 120 Kinder (60 afrikanische und 60 deutsche Kinder) von 9 bis 15 Jahren aus der Umgebung der WM-Austragungsorte Köln, Dortmund und Gelsenkirchen. Über 10 Monate lang vom März bis Dezember haben sie sich kennen gelernt. Alle Jugendliche trafen sich bei verschiedenen Integrations-Maßnahmen wie z.B. die Turniere oder das Fußballcamp, ansonsten sahen sich die 40 Kinder pro Stadt wöchentlich bei den Trainingseinheiten bzw. Ausflügen. Durch besondere Maßnahmen wie zum Beispiel ein Fußballcamp beim ex- Schalker Fußballprofi Ingo Andebrügge, haben die Kinder auf dem Platz und in Sitzungen Werte wie Solidarität, Toleranz und Hilfsbereitschaft vermittelt bekommen und gleichzeitig wurde vorbeugend gegen Diskriminierung und Rassismus vorgegangen.

Organisation, Durchführung und Erfahrungen

Das Projekt wurde vom Projektleiter Josef Londji, einen ehemaligen Profifußballer des 1 FC Köln der in frühen Jugendjahren seine sportliche Karriere aufgrund einer Verletzung beenden musste, konzipiert, organisiert und geleitet. Herr Londji der heute an der Sporthochschule Köln sein Sportstudium beendet, hat seine Liebe zum Fußball immer behalten und durch mehrfache Leitung des „Junior- Camp“ vom Ferien Fußball Ltd. die Freude an diesem Sport Kindern und Jugendlichen weitervermittelt. Seine guten Kontakte zur Sporthochschule und den Proficlub 1. FC Köln aber auch seine leitende Tätigkeit bei „Ferienfußball“ haben es ermöglicht für die Durchführung dieses großen WM Projektes ein fachlich und pädagogisch qualifiziertes „Projektteam“ zusammenzustellen. Der Projektpartner „Ferienfußball“ half uns bei der Organisation eines großen Fußballturniers und einem Fußballcamp. Aus den guten Kontakt zur Sporthochschule konnten engagierte Sportstudenten bzw. angehende Diplom Sportlehrer/inn/en sowie ein Dozentin für die Evaluation des Projektes gewonnen werden. Der 1.FC Köln stellte für das Projekt Jugendtrainer u. Jugendmannschaften zur Verfügung.

2. Projektinhalt

Im Rahmen dieses Projektes boten wir den Jugendlichen ganz besondere Aktivitäten an. So initiierten wir eine Kooperation mit den Bundesligavereinen ihrer jeweiligen Städte, dem 1. FC Köln, Borussia Dortmund und Schalke 04. Alle drei Bundesligavereine haben diesen sozial benachteiligten Jugendlichen einen Traum erfüllt, indem sie sie auf den Plätzen der Profi- und Jugendabteilung unter Anleitung von Ex-Fußballprofis wie z. B. Heiko Herrlich trainieren ließen (siehe Anlage Foto).

Die ehrenamtliche Förderung des Projektes durch diese Bundesligavereine umfasste auch die Pressearbeit, unsere Aktivitäten seien es Treffen mit Fußballstars, Trainingseinheiten auf dem Vereinsgelände oder Pressetermine im Rahmen des Projektes wurden professionell an den Medien weitergeleitet.

Im Rahmen des zehnmonatigen Projekts wurde den Teilnehmern aber noch vieles mehr geboten: angefangen bei den wöchentlichen Trainingseinheiten, über ein Wochenendcamp beim Ex-Profi von Schalke 04, Ingo Anderbrügge, bei dem alle 120 Jugendlichen die Gelegenheit hatten, sich auch außerhalb des Trainingsplatzes kennen zu lernen und erste Freundschaften zu schließen, ein großes Turnier auf den Kölner Jahnwiesen – nur fünf Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft -, bis hin zu den vielen Programmpunkten während der Fußballweltmeisterschaft selbst. Anschließend haben die Teilnehmer in ihren drei Städten über ihr Projekt berichtet.
Freundschaftsspiele gegen die Jugendabteilungen der drei Bundesligisten, Trainingsbesuche der Profis etc. laufen gerade bzw. stehen unmittelbar an (s. Zeitplan in Anlage und Fotos).

Was wolten wir? (unsere Ziele)

  • Im Rahmen der WM 2006 eine unvergleichliche Atmosphäre schaffen, indem
  • 120 ausländische und einheimische Jugendliche mit- und gegeneinander Fußball spielen.
  • Integration, Solidarität und Toleranz von verschiedenen Kulturen und Nationalitäten vorgelebt werden.
  • Deutschland als ein offenes und gastfreundliches Land repräsentiert wird.
  • Nachhaltige Freundschaften zwischen den Jugendlichen gestiftet werden.
  • Ausländische u. afrikanische Kinder und Jugendliche aus der Isolation herausführen und motivieren
  • Familien entlasten durch zusätzliche Bezugspersonen
  • Umgang mit Fremden: Werte kennen lernen, Differenzen verhandeln (integrative Arbeit)
  • Persönlichkeit, Identität und Selbstvertrauen stärken
  • Erlernen von sozialem Verhalten (Rücksichtnahme, Toleranz)
  • Diskriminierung und Intoleranz vorbeugen
  • Fördern von Zusammenarbeit
  • Erlernen von Konfliktbewältigung in Stresssituationen
  • Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe

Ziel des Projekts war es erstens, 120 benachteiligte Kinder auf spielerische Art und Weise zusammenzuführen, damit sie sich gegenseitig kennen lernen, Vorurteile abbauen, voneinander lernen und Zugang zu anderen Kulturen bekommen können. Sie sollen ihre Freizeit sinnvoll gestalten und neue Möglichkeiten und Perspektiven durch die diversen Aktivitäten für sich gewinnen lernen. Wir wollen Diskriminierung und Intoleranz unter Kindern und Jugendlichen vorbeugen und sozial Benachteiligte stärken und integrieren. Der Sport bildet die Basis für ein auf Fairness und gegenseitige Achtung ausgelegtes Sozialverhalten. Regeln müssen eingehalten und das Verhalten in einer Mannschaftssportart trainiert werden.

Zweitens sollte im Rahmen der Trainingseinheiten und bei allen anderen Aktivitäten den Kindern auf praktische Art und Weise vermittelt werden, wie sinnvoll es ist zu teilen, Mitspielern zu helfen und sich für sie einzusetzen. Den Jugendlichen sind so durch die Praxis Werte vermittelt worden. Ein Teil der TeilnehmerInnen werden in die Lage versetzt, ggf. an weiteren Projekten dieser Art teilzunehmen und die erworbenen Kenntnisse dabei im Sinne eines Multiplikatoreneffekts weiterzugeben. Die Jugendlichen können anschließend ihre Erfahrungen und neue gewonnenen Erkenntnisse in andere Maßnahmen übertragen.

Drittens konnte Deutschland im Rahmen des Projekts als offenes und gastfreundliches Land präsentiert werden, das aktiv Intoleranz bekämpft, Integration fördert und sich gegen jegliche rassistische Tendenzen stellt.

Die TeilnehmerInnen haben im Laufe des Projekts eine deutlich offenere und natürlichere Haltung im Umgang mit den Kulturen, Mentalitäten und Verhaltensarten ihrer Mitspieler entwickelt.

Gleichzeitig hat das Projekt auch bei den beteiligten Familien, vor allem Eltern, ein Zeichen für Toleranz und Solidarität gesetzt und zwischen ihnen freundschaftliche Bindungen entstehen lassen. Die Eltern der Jugendlichen sollten sich kennen lernen und solidarisch miteinander umgehen. Andere gemeinnützige Vereine oder Institutionen sollen angeregt werden, ähnliche Projekte zu realisieren.

Kurze Chronologie der Ereignisse:

  • 5. Märs 2006: Anmeldeflyer Konzipiert und hergestellt. Kontakte zu den Bundesliga-Vereine geknüpft. Abstimmungen mit unserem Kooperationspartner Ferienfußball. Projektvorstellung in den Schulen der Standorte, v.a. in Haupt- und Gesamtschulen in Köln, Dortmund und Gelsenkirchen: Bewerbung des Angebots mit den Anmeldeflyern. Die meisten Schulen waren sehr offen und fanden das Projekt gut.
  • April 2006: Kontakte mit den Bürger/innen vor Ort. Es wurden Flyer verteilt, Kontakt mit WDR aufgenommen. Geplant war eine Dokumentation über das Projekt, die vom WDR im April zugesagt wurde. Der Beitrag wurde für die Sendung Cosmos TV durchgeführt(siehe Video in anlange). Zudem sollte eine Dokumentation im Radio gemacht werden (siehe Anlange)
  • 8. Mai 2006: Trainingsauftakt der Kölner Teilnehmer auf den Trainingsplätzen des 1. FC Köln
  • 10. Mai 2006: Trainingsauftakt der Teilnehmer aus Gelsenkirchen beim FC Schalke 04
  • 16. Mai 2006: Deadline für die Veröffentlichung der Plakate.
  • 17. Mai 2006: Trainingsauftakt der Teilnehmer aus Dortmund bei Borussia Dortmund.
  • 26. – 28. Mai 2006: Fußballcamp mit allen 120 Teilnehmern. Beginn der medienübergreifenden Pressearbeit, um die WM-Aktionen der Teilnehmer bekannt zu machen.
  • 31. Mai 2006: Vorbereitungen der Teilnehmer auf die bevorstehenden WM-Ereignisse.
  • 4. Juni 2006: Austragung des multikulturellen Turniers in Köln
  • 8. Juni 2006: Fotoausstellung zu Themen aus Angola und anderen afrikanischen Ländern.
  • 16. Juni 2006: Für die Teilnehmer aus Köln: Verteilung von Give-aways in der Innenstadt einen Tag vor dem Spiel Togo – Schweiz.
  • 20. Juni 2006 : Für die Teilnehmer aus Gelsenkirchen: Verteilung von Give-aways in der Innenstadt einen Tag vor dem Spiel Portugal – Mexiko.
  • Juli – Oktober 2006: Kooperation mit dem 1. FC Köln, Borussia Dortmund und FC Schalke 04, medienwirksames Auftreten: Besuch der Profis, Vereinmuseen, Freundschaftsspiele, etc.
  • Oktober-November 2006: Freundschaftsspiele mit den Jugendteams der drei Bundesligisten
  • Ende November 2006: Großturnier mit allen beteiligten Jugendlichen und Projekt-Abschlussfeier. Evaluation, Nachbereitung und Follow - Up
  • Dezember 2006: Kontinuierliche Bearbeitung und Auswertung der Fragebögen und des Videomaterials. Verteilung von Flyer zur Anmeldung für die Straßenfußballiga im Jahr 2007. Geplant ist die Jugendlichen langfristig an die Interkulturelle Arbeit in der Straßenfußbal-Liga zu binden und ihnen eine sinnvolle und interessante Freizeitaktivität anzubieten.

Folgende geplante Events konnten nicht realisiert werden, da die Trainingsorte der Nationalmannschaften zu häufig und kurzfristig wechselten:

  • Besuch der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste in Niederkassel, Überreichen von Gastgeschenken (Give-aways)
  • Besuch der brasilianischen Nationalmannschaft in Bergisch Gladbach, Überreichen von Gastgeschenken
  • Für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen aus Gelsenkirchen und Dortmund: Besuch der italienischen Nationalmannschaft in Duisburg