Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Projekt „Hausaufgaben- und Nachhilfe und Weiterbildung für Schülerinnen und Schüler“

2003

Das Jahr 2003 und 2004 war nach Jahren vorbereitender Pionierarbeit das erste Jahr unseres Vereins, das sichtbare Erfolge in großem Maßstab gebracht hat. Die Arbeit in eigenen Vereinsräumen und die erste substantielle Förderung mit öffentlichen Mitteln haben ermöglicht, uns für einen größeren Personenkreis zu öffnen und unser Angebot entscheidend zu verbessern.
So konnten wir dieses Jahr die Zahl der Angebote und Veranstaltungen erhöhen und ein Vielfaches an Menschen mit unserer Arbeit erreichen bzw. sie dafür interessieren. Jugendliche aus entfernten Stadtteilen legten bis zu 20 km zurück, um unser Zentrum in Porz zu erreichen. Die Arbeit des Vereins hat sich als sehr hilfreich erwiesen, die Nachfrage war nicht gedeckt und der Bedarf extrem hoch, speziell bei SchülerInnen aus anderen Stadtteilen Kölns. Die Räumlichkeiten waren ausgelastet, reichten jedoch aus.

2003 arbeitete unser Verein von Montag bis Samstag. Diese Zeit war in Tage für jüngere und ältere Kinder eingeteilt. Mit unserem Projekt „Hausaufgaben- und Nachhilfe und Weiterbildung für Schülerinnen und Schüler“ unterstützten wir in diesem Jahr über 30 Kinder und Jugendliche.
Das Projekt hatte zum Ziel, den Kindern bei der Erreichung ihrer schulischen Ziele zu helfen, da diese aufgrund ihrer persönlichen und sprachlichen Probleme - bedingt dadurch, dass sie entweder keinen oder nur kurz einen Kindergarten besucht haben - Lernschwächen in der Grundschule aufzeigen.
Ein weiteres Ziel war, den Eltern der in diesem Projekt betreuten Kinder bei der Auswahl der für ihre Kinder geeigneten Schulform nach der vierten Grundschulklasse behilflich zu sein.
Während des Projekts wurden Kinder und Jugendliche in unserem Zentrum bei den Hausaufgaben und beim Lernen betreut und unterstützt. Außerdem beinhaltete es die regelmäßige Förderung der deutschen Sprache bei allen SchülerInnen. Zwei SchülerInnen konnten dank Förderung vor der Sonderschulzuweisung bewahrt werden. Weiter förderten wir gezielt die Deutschkenntnisse bei drei bis fünf SchülerInnen.
Im Rahmen der schulischen Projektarbeit konnten bei vielen teilnehmende Kinder und Jugendlichen schon mit der ersten Maßnahme bessere Zeugnisse erreicht werden. Die Resonanz bei den Schulen war positiv. Die Betreuungsarbeit und Nachhilfe wurde hauptsächlich von Ehrenamtlichen geleistet.

Die Maßnahme EDV-Kurse (Umgang mit dem PC – Grundlagen der EDV) richtete sich an alle, die den PC für das Schreiben (Zehnfingersystem) und Bearbeiten ihrer Texte nutzen wollten. Dieser Kurs sollte grundlegende Kenntnisse der Textverarbeitung und -gestaltung mit WORD bis hin zu komplexen Funktionen, wie Erstellung von Dokumenten, Erfassung von Texten und Korrigieren, vermitteln, sowie in wichtige Bearbeitungsfunktionen einführen, die die Arbeit mit Texten erleichtern.

Weitere Aktionen fanden zur Gestaltung von Freizeit und zur Förderung der Gruppenintegration statt, darunter vier Besuche in Zoo und Schwimmbad mit afrikanischen Kindern, wöchentliches Fußballtraining, ein wöchentlicher Jugendtreff und monatlicher Elterntreff, sowie das Projekt Musik-Studio, bei dem Jugendliche die Möglichkeit hatten selbst Musik zu produzieren.

Auch verschiedene Aufklärungsveranstaltungen wurden von Jugendhilfe Afrika durchgeführt. So haben wir die afrikanische Bevölkerungsgruppe in einzelnen Kampagnen über AIDS aufgeklärt. Geschlechtskrankheiten sind im afrikanischen Milieu ein tabuisiertes Thema und diese Tatsache möchten wir entschieden bekämpfen. Unter anderem haben wir dabei Info-Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eingesetzt.

Wie schon zuvor haben wir auch im Jahr 2003 ehrenamtlich zahlreiche informelle Einzelberatungen bei afrikanischen Jugendlichen durchgeführt und mehrere Familienberatungen für das Bezirksjugendamt Porz übernommen. Außerdem leisteten wir viele einzelne informelle Beratungen für Anträge bei Behörden, sowie in familiären und schulischen Angelegenheiten. Diese Arbeit war insgesamt sehr erfolgreich , unter anderem konnten zwei Mietkündigungen sozial benachteiligter kinderreicher Familien verhindert, zwei Arbeitsverhältnisse vermittelt und gegen viel Widerstand von Seiten der Behörden eine Arbeitserlaubnis erwirkt werden.

Der Jugendhilfe Afrika 2000e.V. sah in der öffentlichen Vermittlung seiner Projekterfahrungen einen wichtigen Teil seiner Arbeit. Wir gaben im Berichtszeitraum von 45 Minuten Interviews beim WDR und eine Stunde WDR-Interviews vor Ort in unserem Zentrum, sowie ebenfalls Interviews mit der Kölner Rundschau.

2004

Die Erfolge und Fortschritte, die 2003 stattgefunden haben, konnten in diesem Jahr fortgeführt, verbessert und erweitert werden.
Die im letzten Jahr durchgeführten Projekte blieben bestehen und wurden um einige Innovationen bereichert. Nach wie vor bestand eine rege Teilnahme durch die Zielgruppe. Allerdings mussten wir die Zahl der betreuten Kinder auf 35 beschränken, da die Räumlichkeiten voll ausgelastet waren. Trotzdem konnte unsere Arbeit wiederholt auf allen Ebenen effektive Erfolge vorweisen.

Eine bedeutende Veränderung in diesem Jahr war die Renovierung unseres Zentrums. Die Räumlichkeiten sind neu eingerichtet und gestrichen worden. Sie verbreiten eine helle und freundliche Atmosphäre und wurden von allen Besuchern positiv aufgenommen.

Mit unserem hauptsächlichen Projekt „Hausaufgaben- und Nachhilfe“ unterstützten wir dieses Jahr 35 Kinder und Jugendliche dabei, sich in der Schule zu verbessern und ihre Deutschkenntnisse zu fördern. Unser Zentrum war sechs Tage in der Woche geöffnet, um Schülergruppen zu betreuen oder andere Aktivitäten anzubieten. Einige Schüler mit großen Schwächen in bestimmten Fächern wurden einzeln betreut, bei anderen wurden gezielt sprachliche Defizite bekämpft. Viel Hilfe wurde dabei von Ehrenamtlichen geleistet. Im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeiten boten wir auch StudentInnen die Möglichkeit, ihr Praktikum bei uns zu absolvieren.

Das EDV-Angebot für Kinder und Jugendliche ist uns besonders wichtig, da Computerkenntnisse im späteren Arbeitsleben eine selbstverständliche Voraussetzung sind. Für eine effektive Umsetzung des Projekts benötigen wir PCs neueren Standards mit großer Kapazität. Leider verfügt unser Zentrum nur über ältere PCs mit je 2 MB und unsere TeilnehmerInnen können darauf keine zeitgemäßen und nützlichen Programme ausführen. Um diesen Nachteil zu beheb, verfolgen wir die Anschaffung von zwei PCs mit erweiterter Kapazität und moderner Software.

Unser Freizeitangebot erfreute sich dieses Jahr an besonderer Beliebtheit. Mit großem Erfolg haben wir Veranstaltungen mit jungen Menschen verschiedenster Nationalitäten durchgeführt. Dieses Tätigkeitsfeld wird für uns immer wichtiger und umfangreicher.

In unserem Musikstudio haben Jugendliche bereits eine CD mit Liedern aufgenommen. In dieser Freizeitatmosphäre können Jugendliche unterschiedlichster Herkunft gemeinsam aktiv sein und Freundschaften entwickeln.
Ein neues Angebot war dieses Jahr ein Bastelkurs, der einmal in der Woche in unseren Lokalitäten angeboten wurde, und bei den Kindern auf großes Interesse und künstlerische Motivation stieß.

Weitere Aktionen zur Gestaltung von Freizeit und zur Förderung von Gruppenintegration waren wieder Besuche im Zoo und Schwimmbad, sowie andere Ausflüge mit afrikanischen Kindern.

Beim wöchentlichen Jugend- und monatlichen Elterntreff, fand regelmäßig ein Informations- und Gedankenaustausch statt und die Teilnehmer knüpften untereinander neue Kontakte.

Außerdem wurden dieses Jahr die „runden Geburtstage“ (10., 18., 20.) der Kinder und Jugendlichen gefeiert, unter anderem mit selbst veranstalteten Discos etc.
Das Fußballtraining fand ebenfalls weiterhin statt. Daran nahmen regelmäßig an die 20 deutsche und ausländische Jugendliche mit Elan teil. Zusätzlich organisierte Jugendhilfe Afrika auch einige Streetball-Turniere für interessierte Jugendliche in Porz.

Nebenbei boten wir jederzeit Hilfestellung bei Alltagsproblemen, wie dem Umgang mit Behörden, Arbeitgebern, Anwälten. Außerdem standen Mitarbeiter zur allgemeinen Beratung zur Verfügung, und halfen z.B. beim Ausfüllen von Anträgen etc. Die Aufklärungsarbeit fand ebenfalls weiterhin statt.

Die Öffentlichkeitsarbeit für unseren Verein war 2004 sehr erfolgreich. Da wir das einzige afrikanische Zentrum dieser Art in Köln sind, fanden unsere Aktivitäten in der Presse reges Interesse. So hatten wir Besuch vom WDR, dem Kölner Stadtanzeiger und von anderen Medienvertretern.