Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Analyse ähnlicher Projekte und Aktivitäten in Deutschland und in Afrika in der Kooperation mit unseren Partnern vor Ort.

Die Vereinsarbeit besitzt zwei Standbeine: erstens die Initiierung eigener Projekte zur Integration von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und zweitens die Unterstützung bereits bestehender Einrichtungen in Afrika wie Selbsthilfegruppen oder Partnervereine, die sich mit viel Engagement vor allem für Not leidende oder benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen.

Da die Kinder und Jugendlichen in Deutschland und in Afrika nämlich fast die gleichen Probleme haben (Not, Zukunftsangst, fehlende Perspektiven, Armut, Integrationsprobleme, Überlebenskampf etc.), lassen sich hier mit einem einzigen Konzept zwei Ziele erreichen.

Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Jugendlichen zu helfen, die von Not, Armut oder Integrationsproblemen betroffen sind. Das lebensweltorientierte Konzept setzt auf die Förderung, Integration von Kindern und Jugendlichen über die drei Säulen Bildung, Sport und Musik.

Im Bereich Bildung werden zurzeit eine Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht angeboten. Die Nachfrage nach Hausaufgabenbetreuung übersteigt z.Zt. die Kapazitäten. In dringenden Fällen bietet der Verein jedoch an, Kontakt aufzunehmen und individuell Unterstützungsmöglichkeiten abzuklären. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Arbeit mit Eltern dar (z.B. Aufklärung über das Schul- und Ausbildungssystem, Begleitung der Eltern zu Gesprächen in der Schule bei Sprachschwierigkeiten).

Im Bereich Sport werden Basketball und Fußball angeboten. Es besteht eine Kooperation mit Köln kickt. Zur WM 2006 führte der Verein ein großes Fußballprojekt durch („Black and White“-Turnier), das durch die Sporthochhochschule Köln evaluiert wurde und in einem Konzept zur Erreichung von sozial benachteiligten Jugendlichen durch Sport münden wird.

In musikalischer Hinsicht haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit sich mit HipHop zu beschäftigen. Durch den Ausbau des Studios können ab dem nächsten Jahr Studioworkshops angeboten werden.

JHA 2000 will diesen Kindern und Jugendlichen, sowohl hier in Deutschland als auch in Afrika, wirkungsvoll helfen. Hier wie dort haben Kinder und Jugendliche gleiche Probleme – Stichworte sind Zukunftsangst, fehlende Perspektiven, Überlebenskampf, Suche nach Orientierung und Räumen, sowie verstärkte Gewaltbereitschaft.

Die neben stehenden Bilder zeigen abwechseln unsere Projekte in Deutschland und mit unsere Partnerorganisationen in Afrika.

Unsere Arbeit in Deutschland - Ausgangssituation
Offiziellen Angaben zufolge leben 300.611 Afrikaner/innen in Deutschland (Statistisches Bundesamt. Stand: 31 12. 99). Zählt man Afrikaner mit deutscher Staatsanghörigkeit und illegale Immigranten dazu, kommt man auf ca. 350.850. Es handelt sich folglich um eine bedeutende - und schnell wachsende - Minderheit, die aber ignoriert und vernachlässigt wird und sich deshalb in einer sehr problematischen Lage befindet.

Davon leben die allermeisten von Sozialhilfe, die übrigen sind arbeitslos oder arbeiten in ausbildungsfremden Berufen, und nur ein verschwindend geringer Teil arbeitet in den Berufen, in denen er sich ursprünglich qualifiziert hat. In einigen Familien ist die Situation dramatisch. Die Kinder und Jugendlichen sind davon am stärksten betroffen. Kaum einer der Jugendlichen hat einen Abschluss, nur einige wenige machen das Abitur und studieren, und kaum einer schließt das Studium erfolgreich ab. Die meisten Jugendlichen finden dennoch keine Arbeit. Wird hier nichts unternommen, kann diese Situation sehr brisant werden. In nur 10 bis 15 Jahren können viele dieser Kinder in die Kriminalität abrutschen, und angesichts von durchschnittlich 4 bis 5 Kindern pro Familie darf man die Brisanz dieses sozialen Problems keinesfalls unterbewerten.

Ohne eine aktive Auseinandersetzung mit diesem Problem drohen der BRD bald ähnliche soziale Unruhen wie Frankreich und Großbritannien (in Bradford, Oldham und in Leeds), und Vorbeugen ist bekanntlich besser als Heilen.

Über zwei Drittel aller afrikanischen Kinder und Jugendlichen sind in Deutschland aufgewachsen, sprechen Deutsch besser als ihre Muttersprache und kennen das Land, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, nur vom Hörensagen. Für sie muss dringend etwas getan werden, da sie tagtäglich mit Armut, Zukunftsangst, fehlenden Perspektiven, Informationsdefiziten, Integrationsproblemen, Verletzung und Misshandlungen zu kämpfen haben, um zu überleben. Bisher wird für sie zu wenig getan. Und das wird sich in absehbarer Zeit kaum ändern, wenn wir passiv bleiben.

Jugendhilfe Afrika 2000 e. V. möchte diesen Kindern und Jugendlichen eine Stimme und eine Hoffnung geben. Die JHA will Kindern und Jugendlichen helfen, denn unsere Gesellschaft geht kaum noch auf deren Bedürfnisse ein, ja, nimmt sie oft nicht einmal wahr. Doch Kinder und Jugendliche können sich allein nicht durchsetzen. Sie brauchen jemanden, der für sie spricht. Gerade im Bereich der Orientierungswerte, der Integration, der Information, der Beratung und der Perspektiven sind inakzeptable Versorgungslücken entstanden, die weder der Staat noch der Markt schließen.

Nicht nur als Verein, sondern auch als verantwortungsbewusste Bürger/innen finden wir diese Tendenz untragbar und gefährlich für die Gesellschaft und die Zukunft der Kinder und Jugendlichen. Sie verdienen eine kindgerechte Versorgung, Bildung und Erziehung und eine Stimme, die ihre Rechte artikuliert und durchsetzt. Die Jugendhilfe Afrika 2000 e. V. wird hier unterstützend tätig. Wir helfen benachteiligten und Not leidenden Kindern und Jugendlichen schnell, engagiert und unbürokratisch.

Für die Jugendhilfe Afrika 2000 e. V. gibt es nur einen Weg in dieser Zeit der Globalisierung: Erstens brauchen gerade Kinder Fürsprecher und Lobbies, und zweitens wird heutzutage privates soziales Engagement immer wichtiger. Es gibt keine schönere und zugleich verantwortungsvollere Aufgabe, als Kindern und Jugendlichen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Und genau hier setzt Jugendhilfe Afrika 2000 e. V. an.

Unsere Arbeit in Afrika

Schwerpunkte der Arbeit in Afrika sind fast gleich wie in Deutschland und in der Kooperation mit unseren Partnern vor Ort.

Hilfe für Afrika und Förderung der dort lebenden Kinder und Jugendlichen ist eine dringende Notwendigkeit, denn anders als in den Industrieländern, wo Kinder und Jugendliche unter 28 Jahren 25 % der Bevölkerung ausmachen, sind es in Afrika mehr als 70%.

In Afrika zeigen Kinder und Jugendliche in ihren alltäglichen Überlebenskampf ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Verantwortung und nicht zuletzt auch Fantasie und Kreativität. Sie sind – ob gewollt oder ungewollt – schon früh ökonomisch aktiv.

Die illegale Einwanderung nach Europa bekämpfen

Mit der Arbeit dieses Vereins wollen wir erreichen, dass sich das dramatische Schicksal von Yaguine und Fodé nicht wiederholt. Folglich müssen wir die Entwicklungszusammenarbeit als Beitrag zur globalen Zukunftsverbesserung und Sicherung fördern und so die Situation von Jugendlichen vor Ort mit spezifischen Arbeits- und Aktionsformen verbessern.

Die größten Probleme der Jugendlichen sind Zukunftsangst, fehlende Perspektiven, Überlebenskampf, die Suche nach Orientierung und nach eigenen Räumen, sowie teilweise eine gewisse Gewaltbereitschaft.

Heute muss daher vielen Jugendlichen, die noch ohne Ausbildung sind, oder eine Ausbildung, aber keine Arbeit haben, geholfen werden, aus ihrer extremen Armut herauszufinden.

Die meisten Jugendlichen in Afrika glauben, die geeignete Lösung sei, nach Übersee (meist Europa) zu gehen und dort ihr Glück zu versuchen. Zum Beispiel nahmen die spanischen Behörden im ersten Halbjahr 2006 über 6000 heimliche Einwanderer/innen fest, und im selben Jahr wurden mindestens 500 Personen, die die Meerenge von Gibraltar überqueren wollten, als vermisst oder ertrunken gemeldet ( Quelle: Reuters ).

Andere Jugendliche dagegen sind überzeugt, es sei besser, in ihrem Umfeld zu bleiben und zu versuchen, sich in ihrer beruflichen Weiterbildung durch einzelne Initiativen fördern zu lassen. Diese zweite Gruppe bleibt vor Ort, muss sich jedoch mit Misserfolgen durch fehlende technische Unterstützung, und materielle, finanzielle und organisatorische Mängel abfinden. Die wenigen Initiativen, die auf individueller Basis oder kollektiv in Form von Gruppen oder Vereinen bestehen, müssen unterstützt werden, um die erste Gruppe davon abzubringen, ihr Heil im Ausland (sprich Europa, Deutschland, etc.) zu suchen, und um den Westen als Ziel zu entmystifizieren.

JHA 2000 e. V. unterhält Partnerschaften mit anderen afrikanischen Vereinen und Organisationen. Partnerschaft soll hier allerdings verstanden werden unter einem besonderen Aspekt. Für JHA 2000 e. V gilt es, die eigene Rolle als interessanter und wertvoller Partner in der entwicklungspolitischen Arbeit in Afrika auszubauen – zugunsten unserer Partner, zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für die Entwicklungszusammenarbeit, aber auch im Zeichen eines effizienteren Einsatzes immer knapper werdender Finanzressourcen und Hilfsbereitschaft. Grundvoraussetzung für Partnerschaft ist ein gegenseitiges Verständnis der Erwartungen und Möglichkeiten der jeweils anderen Seite sowie eine effiziente Erfolgskontrolle.

Unter vielen afrikanischen Organisationen wählt JHA 2000 e. V. ihre Partnerorganisationen daher nach dem Kriterium möglichst gleicher Ziele und Interessen aus. Angesichts der Dringlichkeit ihrer Anliegen und ihrer Arbeit ist JHA 2000 e. V. jedoch offen für alle Spender/innen, Organisationen und Gruppen, die sich für ihre Arbeit interessieren und sie unterstützen wollen.

Gegenwärtig liegen JHA 2000 e. V. mehrere wichtige Projekte von NGO-Partnern aus Afrika vor. Die Beziehungen zu diesen Partnern und die gemeinsam geplanten Aktivitäten basieren auf Kooperationsverträgen.
Partnerschaftsbeziehungen unterhalten wir unter anderem zu folgenden NGO-Partnern:

Um benachteiligten und verarmten afrikanischen Jugendlichen – also potenziellen Emigranten – eine Chance zum Bleiben zu geben, muss ihnen die Überwindung von wirtschaftlichen und sozialen Problemen ermöglicht werden, die aus der Armut und der gegenwärtigen Situation Afrikas resultieren. Um den Erfolg des UNO-Programms zur Bekämpfung der Armut (Reduzierung der Armut um 50 % von 2000 bis 2015) zu ermöglichen, muss jedes unserer Projekte durch Erfolgskontrollen und Informationskampagnen begleitet werden.

Globalisierung

Die immer mehr Menschen ausschließende Globalisierung ist Besorgnis erregend. Durch ihre Beschleunigung und die wachsende Verarmung drohen der afrikanische Kontinent und mit ihm vor allem die jungen Menschen, deren Lage schon jetzt dramatisch ist, letztendlich in Vergessenheit zu geraten.

Globalisierung sollte stattdessen ganz gezielt zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Nur so lässt sich das erklärte Ziel der Vereinten Nationen erreichen, die Armut in der Welt bis zum Jahre 2015 zu halbieren. Dies gilt auch für das UN-Ziel, jedem Kind und Jugendlichen bis 2015 zumindest eine Grundschulbildung zu garantieren und dabei vor allem den Mädchen eine gleichberechtigte Chance zu bieten.

Die Industriestaaten müssen jetzt eine rasche Umsetzung der Entschuldungsinitiative sicherstellen, die auf den G8- Gipfeln in Okinawa, in Genua und in Köln beschlossen wurde. Afrika braucht eine internationale Entwicklungsarchitektur, eine Vernetzung der globalen Anstrengungen zur Bekämpfung der Armut unter Einbeziehung der Nichtregierungsorganisationen in den Entwicklungsländern. Armutsbekämpfung bedeutet, dass Afrika geholfen werden muss, die eigene Wirtschaft aufzubauen.

Bisher praktizierten die Industrieländer eine Form der Abschottung, die Afrika zwang, in der Rolle des Rohstoffexporteurs zu bleiben. Doch die UNO fordert eine Neuorientierung nicht nur bei der direkten Bekämpfung der Armut, sondern eine umfassende Strategie unter Einbezug des Handels und der Landwirtschaft sowie eine neue Telekommunikationstechnologie. An dem internationalen Ziel, den Anteil der Armen in Afrika bis 2015 um die Hälfte zu verringern, will die JHA 2000 e. V. aktiv mitwirken.

Wir setzen uns für die Globalisierung von Solidarität ein. Armutsbekämpfung bedeutet nicht nur soziale Sicherung, vielmehr kommt es darauf an, Afrika in die Lage zu versetzen, seine Chance zu nutzen. Bildung spielt eine Schlüsselrolle bei der Globalisierung und bei der Bewältigung globaler Probleme. Junge Menschen für ein Denken in globalen Dimensionen zu begeistern, bedeutet eine grundlegende Investition in die Zukunft. Zur Entwicklungsstrategie von JHA 2000 e. V. gehört vor allem auch die Aufgabe, Bildungsinhalte um die Idee der Gerechtigkeit zu bereichern.

Fazit

Die große Herausforderung für Afrika liegt, wie oben angedeutet, auch künftig im Ausbau der Infrastruktur wie etwa bei Kommunikationstechnologie, Strom und Wasser. Die Aufgabe kann nur mit zunehmender Beteiligung von Privatunternehmen geschultert werden. Firmen sollten in solchen Projekten auch die Leitung übernehmen und Gewinn machen dürfen, zum Beispiel, wenn Telefonleitungen in entlegene Dörfer verlegt werden müssen.

Besonders wichtig für Afrika ist das Internet. Eine falsch verstandene globale Vernetzung des Wissens könne die große Dominanz des Nordens weiter stützen; eine ungleiche Verteilung und Nutzung von Wissen behindert eine friedliche und zukunftsfähige Entwicklung und vergrößert die Disparität in der Entwicklung zwischen Nord und Süd.

Die Bilder auf der rechter Seite zeigen im Wechsel unsere Arbeit in Deutschland und mit unsere Partnerorganisationen in Afrika.