Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Aktivitäten in Dortmund zur WM 2006 - Sportliche Integrationsmaßnahme für mehr Toleranz , Solidarität und Verständigung. Organisiert von Jugendhilfe Afrika 2000 e.V.

Ex-BVB-Profi Heiko Herrlich trainiert mit Schwarzen und Weißen Jugendlichen, die Jungs von Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Es ermöglicht sozial benachteiligten Kindern sich zu integrieren und unter professioneller Anleitung einen gesicherten Schritt hin zu einem Platz in der Gesellschaft zu tun.

Man weiß ja nie. Wenn schon einer von Borussia da ist, dann legen sich 40 Jungs von neun bis 15 auch mächtig ins Zeug. Könnte ja sein, dass man entdeckt wird. „Ja sicherlich, wenn einer überragend ist, dann lädt man den zum Probetraining ein“ gibt sich BVB-Jugendkoordinator Edwin Boekamp verheißungsvoll. Er trainierte am Mittwochnachmittag die 20 älteren, um die jüngeren bis 13 Jahre kümmerte sich Ex-BVB-Profi Heiko Herrlich. 20 schwarze und 20 weiße jugendliche waren auf Initiative der Kölner Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. zusammengekommen, um mit den gestandenen Profis zu trainieren.

Die Nachwuchs-Kicker kommen aus dem Großraum Dortmund, Mama und Papa standen am Rand des Kunstrasen-Trainingsplatzes in Brackel und staunten nicht schlecht, wie gut sich die Jungs untereinander verstanden.
„Die spielen gut miteinander, keiner ist aggressiv“, war Boekamp angenehm überrascht.

„Man braucht gar keinen Schisrichter, das ist nicht selbstverständlich.“
Genau das Ziel wollte der Jungendhilfe Afrika 2000 e.V. auch erreichen. Projektleiter Josef Londji: „Wir wollten ausländische und einheimische Kinder zusammenbringen, die Kinder sollen voneinander lernen und Freude werden.“
Ähnliche Aktionen fanden bereits mit dem 1.FC und dem FC Schalke 04 statt.

Was verändert sich für viele Kinder durch das Projekt konkret?
Das Bewusstsein gegenüber anderen Kindern mit einer andern Hautfarbe, Kultur und Mentalität friedlich, respektvoll und tolerant umzugehen. Durch die intensive Beschäftigung über 9 Monate mit den Themen Diskriminierung und Rassismus erlangten sie eine vorbeugende Erkenntnis und ein Erfahrungsgewinn für ihr späteres Leben und dies direkt gekoppelt mit realen Erlebnissen. Stärkung des Selbstwertgefühls, besonders bei den sozial benachteiligten Kindern unter ihnen, durch treffen von Stars( Rudi Assauer, Heiko Herrlich), wöchentliche Trainingseinheit auf den Bundesligaplätzen der Profimannschaften ihrer Stadt, etc...

Was verändert sich für andere beteiligte konkret durch das Projekt?
Einer der sehr positiven Nebeneffekte war, dass die Eltern der Kinder sich kennen gelernt haben. Die Kontakte entstanden durch Beteiligungen bei Gemeinschaftsfahrten für die Trainingseinheiten, die Besuche auf den Trainingsplätzen, Turniere, Fußballcamps, Ausfluge, etc.. Es zeigte sich, dass je besser die Kinder sich untereinander verstanden desto besser war auch das Verhältnis der Eltern untereinander. Für die Ehrenamtliche Mitarbeiter der JHA änderte sich auch die Arbeitsweise: sie müssten sich Gedanken machen wie sie in den Sitzungen, Ausflüge (essen in der Stadt, WM spielen) den Kinder die Themen Respekt, Toleranz und Solidarität näher bringen können.

Gerade in der Pubertät zwischen 9 und 16 Jahren bilden sich „Cliquen“ die meist homogen sind und oft andere Nationalitäten, Mentalitäten und vor allem anderes Aussehen ablehnen. Häufig herrscht in solchen Gruppen ein gewisser Gruppenzwang, der andere Meinungen nicht aufkommen bzw. gelten lässt. Die gemeinsame Verbundenheit mit der Sportart Fußball soll dazu dienen dieser Form von Intoleranz, besonders in diesen frühen Altersgruppen, entgegenzuwirken.

Fußball zu Spielen ist seit jeher eine aufbauende Erfahrung für Kinder aller Schichten, insbesondere für ansonsten benachteiligte Kinder. Fußball baut Kinder und Jugendliche zunächst einmal auf, indem er ganz einfach Spaß bringt, er motiviert sie aber auch und weckt in ihnen das Interesse, Spielregeln zu entwickeln, zu erlernen und zu respektieren, und damit Regeln für das reale Leben zu vermitteln. Das macht Fußball zu einem wichtigen pädagogischen Werkzeug.