Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Jugendhilfe Afrika 2000 e.V. Aide a la Jeunesse Africaine 2000

Aktivitäten in Gelsenkirchen zur WM 2006 - Sportliche Integrationsmaßnahme für mehr Toleranz , Solidarität und Verständigung. Organisiert von Jugendhilfe Afrika 2000 e.V.

Das Auftakttraining des Projekts unterstützt RUDI ASSAUER (in Mitte), Ex- super Manager von Schalke 04. Egal, ob schwarz oder weiß, beim RUDI legen sich alle Kinder mächtig ins Zeug. Knapp 50 Kinder zwischen neun und 15 Jahren zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß, trafen sich zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Training. Bis 5 Monate sollten sie im Rahmen des Projektes „Fußball WM 2006 Black & White“ einmal in der Woche miteinander Fußball spielen, gemeinsame Freizeitaktionen starten und zusammen bei Freundschaftsturnieren antreten.

Die Nachwuchs-Kicker kommen aus dem Großraum Gelsenkirchen, Mama und Papa standen am Rand des Trainingsplatzes bei Schalke 04 und staunten nicht schlecht, wie gut sich die Jungs untereinander verstanden.
„Die spielen super miteinander, keiner ist aggressiv“, war RUDI ASSAUER angenehm überrascht.

Das Projekt erfasste 60 afrikanische und 60 deutsche Kinder von 9 bis 15 Jahren aus der Umgebung der WM-Austragungsorte Köln, Dortmund und Gelsenkirchen. Über 9 Monate haben sie sich kennen gelernt. Alle Jugendliche trafen sich bei verschiedenen Maßnahmen wie z.B. die Turniere oder das Fußballcamp, ansonsten sahen sich die 40 Kinder pro Stadt wöchentlich bei den Trainingseinheiten bzw. Ausflügen.

Ziel des Projekts war es erstens, 120 benachteiligte Kinder auf spielerische Art und Weise zusammenzuführen, damit sie sich gegenseitig kennen lernen, Vorurteile abbauen, voneinander lernen und Zugang zu anderen Kulturen bekommen können. Sie sollen ihre Freizeit sinnvoll gestalten und neue Möglichkeiten und Perspektiven durch die diversen Aktivitäten für sich gewinnen lernen. Wir wollen Diskriminierung und Intoleranz unter Kindern und Jugendlichen vorbeugen und sozial Benachteiligte stärken und integrieren. Der Sport bildet die Basis für ein auf Fairness und gegenseitige Achtung ausgelegtes Sozialverhalten. Regeln müssen eingehalten und das Verhalten in einer Mannschaftssportart trainiert werden.

Zweitens sollte im Rahmen der Trainingseinheiten und bei allen anderen Aktivitäten den Kindern auf praktische Art und Weise vermittelt werden, wie sinnvoll es ist zu teilen, Mitspielern zu helfen und sich für sie einzusetzen. Den Jugendlichen sind so durch die Praxis Werte vermittelt worden. Ein Teil der TeilnehmerInnen werden in die Lage versetzt, ggf. an weiteren Projekten dieser Art teilzunehmen und die erworbenen Kenntnisse dabei im Sinne eines Multiplikatoreneffekts weiterzugeben. Die Jugendlichen können anschließend ihre Erfahrungen und neue gewonnenen Erkenntnisse in andere Maßnahmen übertragen.

Drittens konnte Deutschland im Rahmen des Projekts als offenes und gastfreundliches Land präsentiert werden, das aktiv Intoleranz bekämpft, Integration fördert und sich gegen jegliche rassistische Tendenzen stellt.

Methodik
Das harmonische Zusammensein und –arbeiten der Kinder und Jugendlichen unterschiedlichster kultureller Herkunft an einem konkreten Projekt, das Verhandeln von Interessenskonflikten, die Verarbeitung von aus Überschätzung der eigenen Möglichkeiten resultierenden Frustrationen, die Freude am Gelingen des Auftretens der Mannschaft, das Erleben von Gemeinsamkeit trotz Verschiedenheiten und die Integration des Einzelnen in die Gemeinschaft werden in der sportlichen Integrationsmaßnahme für mehr Toleranz und Solidarität besonders deutlich und intensiv erlebbar gemacht.

Permanente Auseinandersetzung mit divergierenden Einstellungen anderer und der Zwang zur Suche nach tragfähigen Kompromissen unter Wahrung der eigenen Identität sind ein Modell für interkulturelles und soziales Lernen.
Die sportliche Komponente im Projekt unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung und fördert soziale Integration, bringt Kraft, Lebensfreude und Spaß. Bei dem öffentlichen Turnier finden die Teilnehmer Bestätigung, Anerkennung und eine Stärkung des Selbstwertgefühls.

Zur Evaluation der Effektivität der Öffentlichkeitsarbeit wird ein Pressespiegel (inkl. Print-Leserbriefe) angelegt und ausgewertet, welche Resonanz das Projekt und die Öffentlichkeitsarbeit gefunden haben.

Die Deutsche Sporthochschule Köln gewährleistet die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation in Form einer Broschüre.